{"id":164,"date":"2017-12-27T12:55:51","date_gmt":"2017-12-27T12:55:51","guid":{"rendered":"https:\/\/pedaljunkie.de\/?p=164"},"modified":"2019-10-17T18:31:37","modified_gmt":"2019-10-17T18:31:37","slug":"ostseeradtour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pedaljunkie.de\/?p=164","title":{"rendered":"Ostseeradtour"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1092\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR1.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Die n\u00f6tigen Formalit\u00e4ten zu dieser wunderbaren Radtour kl\u00e4ren wir im Januar 2016, als wir uns eineinhalb Jahre nach der Elsass-Radtour wiedersehen.\u00a0 Wir entscheiden uns f\u00fcr eine Streckentour auf dem Ostseeradweg. Da wir beide noch nicht auf R\u00fcgen waren, ist unser Ziel bald entschieden, und da wir unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen einplanen, entscheiden wir uns f\u00fcr L\u00fcbeck als Startpunkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1093\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR2-e1571335098663.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" \/>Sonntag, 12.06.16:<\/strong>\u00a0 Die Fahrt im IC ab Dortmund nach L\u00fcbeck l\u00e4uft angenehm entspannt, sogar der Einstieg ins Fahrradabteil nebst Fahrrad-Aufh\u00e4ngung klappt wie am Schn\u00fcrchen: man fragt mich anhand meines routinierten Vorgehens im Abteil, ob ich eigentlich jeden Tag mit Rad in einen Intercity einsteige. \u00a0 Inzwischen brauche ich mir vor einem Einstieg in die Bahn mit Sack und Pack keine Sorgen mehr zu machen. ICH schaffe das ! Ohne umzusteigen erreiche ich gegen 13:30 h den Bahnhof der Hansestadt L\u00fcbeck und suche den Ausgang in die Innenstadt, die sich dank der vielen T\u00fcrme auch schnell ausmachen l\u00e4\u00dft.\u00a0 Bald setzt auch prompt ein zweist\u00fcndiger Nieselregen ein, den ich teils im Caf\u00e9 und teils unter B\u00e4umen ausharre, Nachrichten schreibe und von Uschi empfange, die inzwischen auf der Autobahn in Windeseile kurz vor L\u00fcbeck in die Stadt hineinbraust. Sie braucht noch f\u00fcr den Zeitraum von einer Woche einen Parkplatz\u00a0 in einer Tiefgarage, holt ihr Fahrrad aus dem Kofferraum, best\u00fcckt dieses mit Gep\u00e4cktaschen, und f\u00e4hrt mir in Richtung Holstentor entgegen. Gro\u00df ist die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten. Uschi wirkt wie immer heiter, tatkr\u00e4ftig und unternehmungslustig. Unterwegs zum Hotel planen wir den weiteren Verlauf des Tages.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1094\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR3.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Wir wundern uns direkt dar\u00fcber, dass unser Hotel au\u00dfer einem einzigen PKW-Parkplatz keine Unterstellm\u00f6glichkeiten f\u00fcr F\u00e4hrr\u00e4der gew\u00e4hrt.\u00a0 Wir sollen also unsere R\u00e4der, die uns die ganze Woche durchs Land tragen sollen, ungesch\u00fctzt vor dem Hotel stehen lassen? Und obwohl heute abend ein Europa-Meisterschaftsspiel mit Beteiligung von Deutschland stattfindet, auf das sich die gegen\u00fcber liegende Kneipe bereits mit gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Ausstattung und einer gro\u00dfen Gruppe alkoholfreudiger G\u00e4ste eingerichtet hat?\u00a0 Zun\u00e4chst binden wir die R\u00e4der vor dem Hotel zusammen und besuchen die Stadt zufu\u00df. Ein wenig mulmig wird uns schon, die R\u00e4der ungesch\u00fctzt dort stehen zu lassen. \u00dcber den M\u00fchlenteich zur\u00fcck sind wir schnell im Zentrum, g\u00f6nnen uns einen Besuch im Niederegger Haus des Marzipans mit seinen bunten Kreationen, g\u00f6nnen uns einen Wiedersehens-Marzipangru\u00df und befinden uns schon bald bei der Familie &#8222;Mann&#8220; im Buddenbrook-Museum.\u00a0 Schnell taucht man in die Tiefe des 19. Jhdts ein, in die Geschichte einer ber\u00fchmten Hanse-Familie namens Buddenbrook, sp\u00fcrt den einzelnen Schicksalen der Familienmitglieder nach. Wieder drau\u00dfen und inzwischen ohne Kapuze schlendern wir durch die h\u00fcbschen Gassen und finden eigentlich nur direkt im weiteren Bereich des Holsten-Tors eine geeignete Gelegenheit an der Trave zum ersten Begr\u00fc\u00dfungsmahl. Noch nehmen wir die angenehme W\u00e4rme der Heizstrahler dankend an.\u00a0 An einem der l\u00e4ngsten Tage des Jahres drehen wir noch eine Runde, um nach einem Getr\u00e4nk und einer Zeitung Ausschau zu halten, bevor wir uns wieder dem Problem Fahrradunterbringung widmen. Der Hotelbesitzer zeigt sich auch am Abend nicht bereit, uns mit unseren N\u00f6ten entgegen zu kommen. Also beschlie\u00dft Uschi, ihr Fahrrad probeweise mit aufs Zimmer zu nehmen, was seitens des Hotelbesitzers sofort mit endloser Lamentiererei unterbunden wird. Irgendwann ist die Rezeption nicht mehr besetzt, so dass Uschi ihr Fahrrad ins Zimmer holt.\u00a0 Ich lasse meins mal drau\u00dfen, und vertraue einfach darauf, dass nichts passiert. Angeblich stehen die R\u00e4der schon seit 20 Jahren &#8222;sicher&#8220; vor dem Hotelportal. Wir kommen allm\u00e4hlich runter und lassen unseren ersten Abend bei Fu\u00dfball und Rubiks Revanche ausklingen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1095\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR4.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Montag: \u00a0 Uschi verl\u00e4sst fr\u00fch das Hotelzimmer, um nachzusehen, ob die Rezeption schon wieder besetzt ist:\u00a0 ist sie! Wir lassen das Fahrrad nebst unserem Gep\u00e4ck im Zimmer stehen und wenden uns erst mal unserem zugeteilten Fr\u00fchst\u00fcck zu, welches uns ein anderer als der gestrige Portier an den Tisch bringt, nebst abgez\u00e4hlter zwei Tassen Kaffee, Br\u00f6tchen und Belag f\u00fcr zwei Personen.\u00a0 An dem einzigen weiteren besetzten Tisch sitzen zwei junge M\u00e4nner in Fahrradbekleidung, denen es wohl nicht anders ergangen ist als uns. Sie h\u00e4tten gestern abend am liebsten noch nach 22 Uhr das Hotel gewechselt, hatten sich dann aber entschlossen, &#8222;ihre Fahrr\u00e4der mit auf das Zimmer zu nehmen&#8220;.\u00a0 Wir k\u00f6nnen uns ein Lachen nicht verkneifen. Als wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck das Zimmer bezahlen: 98 Euro !! und unser &#8222;Gep\u00e4ck&#8220; nach drau\u00dfen bef\u00f6rdern, halte ich den zweiten Portier mit Diskussionen davon ab, uns den Weg zu versperren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1096\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR5.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Wir regen uns noch auf, bis wir fast Bad Schwartau erreichen. Auf dem Weg entlang der Trave und der Schwartau passieren wir einen Ortsteil namens D\u00e4nischdorf, wundern uns nicht \u00fcber den Ikea-Laden, \u00fcberqueren h\u00fcbsche kleine Br\u00fccken, streifen kleine W\u00e4ldchen, mal mit, mal ohne Steigung.\u00a0 Bald ist die Freude gro\u00df, als wir uns Travem\u00fcnde an der Ostseee n\u00e4hern. Es h\u00f6rt auch augenblicklich auf zu nieseln, so dass wir f\u00fcr den Rest des Tages unsere Regenkleidung wegpacken d\u00fcrfen. Bis Travem\u00fcnde radeln wir 20 km, ein Viertel der heutigen Strecke. Die Stadt gef\u00e4llt uns auf Anhieb, wir f\u00fchlen uns auch MIT Fahrr\u00e4dern wieder eingeladen, die Wege bis zur F\u00e4hre zu passieren, die uns gratis auf die Ostseite des Ortes bringt.\u00a0 Die Sonne kommt w\u00e4rmend aus einem Wolkennetz hervor. Am Hafen entlang f\u00fchrt unser weiterer Weg um eine gro\u00dfe Baustelle herum direkt an den Ostseestrand. Das ist eine kleine Verschnaufspause bei frischer Ostseeluft wert. Wir haben heute noch einiges vor uns und hoffen nur inst\u00e4ndig, dass unsere n\u00e4chsten Unterk\u00fcnfte auch radfahrerfreundlich sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"> <span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1097\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR6-e1571335518851.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" \/>Bald schon \u00e4ndert sich der flach verlaufende Radweg \u00fcber Kieswege und Heidewege in ein st\u00e4ndig h\u00fcgeliges Auf und Ab, mal mit 7%iger oder auch bis zu 12%iger Steigung, die wir \u00fcber 30 km L\u00e4nge mit unserem Gep\u00e4ck zu bew\u00e4ltigen haben.\u00a0 Erst kurz vor dem Badeort Boltenhagen wird der Ostsee-Radweg wieder konstanter flach. Der Blick nach links auf die ruhige See ist ganz und gar nicht eint\u00f6nig, weil kleinere Buchten immer wieder mit h\u00fcbschen Landstrichen wechseln. Kornfelder und vor allem Kornblumen, Mohn und Kamille, manchmal gro\u00dffl\u00e4chig zwischen dem sonstigen saftigen Gr\u00fcn der mecklenburg-vorpommerschen l\u00e4ndlichen Gegend bezaubern das Gesamtbild. Als wir zwei Drittel unserer heutigen Route hinterlegt haben, halten wir Ausschau nach einer g\u00fcnstigen Gelegenheit zur Pause, die sich uns aber noch nicht so richtig\u00a0 bietet. An der langen Kurpromenade von Boltenhagen entlang und noch weitere Kilometer sieht nichts nach einer l\u00e4ngeren Pause aus, so dass wir doch z\u00fcgig nach Wismar durchfahren. Inzwischen teilen wir unseren Weg mit einem etwas \u00e4lteren Ehepaar auf Mountainbikes, die ebenfalls die Richtung auf unser Hotel nehmen und dort einchecken. Die haben sich ihr Gep\u00e4ck transportieren lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1098\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR7-e1571335559462.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" \/>Wir haben heute richtiges Gl\u00fcck.\u00a0 Um 15 Uhr erreichen wir den Alten Hafen, checken ein und d\u00fcrfen unsere R\u00e4der in einer separaten Garage unter 100 anderen R\u00e4dern einstellen.\u00a0 Erleichtert beziehen wir auch unser helles freundliches Zimmer und l\u00f6schen drau\u00dfen erst mal unseren gro\u00dfen Durst mit einem Alsterwasser, bevor wir uns die sch\u00f6ne alte Hansestadt n\u00e4her ansehen. \u00a0 Wir stellen in angenehmer Weise fest, dass Wismar einen Besuch wert ist: der inzwischen zum Weltkulturerbe z\u00e4hlende gro\u00dfe Marktplatz mit seinen historischen H\u00e4usern l\u00e4dt zum Bummel ein, &#8222;der Alte Schwede&#8220;, eine Gastwirtschaft am Markt f\u00e4llt sofort ins Auge. Entlang an verschiedenen Kirchen und ihren teilweisen Ruinen schlendern wir zum Hafen, wo wir auch eine passende Gelegenheit zum Schmaus entdecken.\u00a0 Gro\u00dfe Fischportionen zu akzeptablem Preis s\u00e4ttigen uns f\u00fcr den Rest des sonnigen Tages. M\u00fcde aber auch selbstzufrieden wenden wir uns zu gegebener Zeit im Hotel dem n\u00e4chsten Fu\u00dfballspiel zu, fallen allerdings w\u00e4hrend der zweiten Halbzeit schon in Tiefschlaf.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong>Dienstag:<\/strong>\u00a0 Auch das Fr\u00fchst\u00fcck in Form eines ausgiebigen Buffets stimmt mit allen anderen guten Serviceleistungen des Hotels \u00fcberein, der Gesamtpreis f\u00fcr diese \u00dcbernachtung mit Fr\u00fchst\u00fcck betr\u00e4gt 10 Euro weniger als gestern.\u00a0 W\u00e4hrend wir schon fr\u00fch auschecken, schickt der Himmel uns einen Nieselregen, der uns \u00fcber die H\u00e4lfte der heutigen Strecke begleiten wird. Unser P\u00e4rchen ist zur gleichen Zeit und auf der gleichen Strecke Richtung K\u00fchlungsborn mit, vor und hinter uns unterwegs.\u00a0 Wir tauschen ein paar Tipps zur Regenkleidung aus, wobei die Mitfahrerin uns ihre Rainleggs demonstriert, die praktisch nur um die H\u00fcften, Oberschenkel und Knie per Verschlusssystem, \u00e4hnlich dem der Fahrradpacktaschen, festgeschnallt werden. Mein Navi f\u00fchrt uns heute durch das Wismarer Industriegebiet aus der Stadt heraus. Wir halten uns weitgehend an den Ostseeradweg, der uns auch nahe an der Insel Poel vorbeif\u00fchrt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1099\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR8.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Eine Umrundung von Poel k\u00f6nnen wir uns zeitlich nicht leisten, weil wir heute Rostock anstreben, und weil f\u00fcr den Nachmittag Starkregen angesagt ist.\u00a0 Das hei\u00dft f\u00fcr uns: Durchtreten bis zum Ziel. Den ersten Teil bis Bad K\u00fchlungsborn hinterlegen wir z\u00fcgig in zwei Stunden. Die Strecke ist trotz Seitenstreifen an den Bundesstra\u00dfen angenehm ruhig, und heute vor allem flach, so dass wir bei einem Tempo von 20 km\/h gut vorw\u00e4rts kommen.\u00a0 Der Verkehr betr\u00e4gt hier h\u00f6chstens ein Viertel dessen, was bei uns in D\u00fcsseldorf los ist. Eine einzige Windm\u00fchle passieren wir auf dem Weg; links und rechts erstrecken sich wieder weite Getreidefelder mit ihren h\u00fcbschen Farbtupfern in Rot, Blau und Wei\u00df: Mohn, Kornblumen und Kamille. Dazwischen schimmert die Ostsee blaugrau.\u00a0 Unsere Gem\u00fcter erholen sich in dieser Gegend mit jedem Meter Radweg. Noch ein paar Biegungen, und bald erreichen wir K\u00fchlungsborn, das \u00e4hnlich wie Boltenhagen durch eine langgestreckte Strand-Promenade gepr\u00e4gt ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1100\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR9.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Gerade am Strand angekommen, setzt ein kr\u00e4ftigerer Regen ein, so dass wir uns kleidungsm\u00e4ssig besser sch\u00fctzen m\u00fcssen.\u00a0 Der sehr lange Radweg durch den Ort besteht aus Pflastersteinen, den wir bei N\u00e4sse und angesichts des erstaunlichen Besucherstroms nur langsam passieren.\u00a0 Bis Heiligendamm bleiben wir noch direkt an der K\u00fcste, um dann ohne Navi und damit ohne Umwege schnurstracks durch Bad Doberan unser Ziel zu anvisieren. Richtung Rostock durch etliche Industriegebiete mit deutlich mehr Verkehrsaufkommen ist der Weg nur noch n\u00f6tig, aber weniger angenehm zu fahren.\u00a0 Angesichts der N\u00e4sse von oben ist es auch egal, \u00fcber welche Strecken wir vorw\u00e4rtskommen, hauptsache so schnell wie m\u00f6glich. Wir erreichen Rostock auch um 14 Uhr, aber bis wir unser Hotel finden bzw. die Rezeption desjenigen finden, ist es bereits 15 Uhr. Irgendwie hatte ich bei den Vorbereitungen falsche Koordinaten eingetragen, so dass wir die \u201eLange Stra\u00dfe\u201c mehrmals vor- und zur\u00fcckgegangen sind.\u00a0 Und oben wird es f\u00fcr einige Zeit erst mal trocken. Immerhin sind wir im Stadtzentrum sehr gut untergebracht, auch unsere R\u00e4der bekommen einen zwar engen, aber trockenen Abstellraum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1101\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR10.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>So erkunden wir Rostock, die Stadt, die ich vor 46 Jahren einmal kurzfristig be\u00e4ugt habe, zufu\u00df.\u00a0 Daf\u00fcr bleiben uns zwei trockene Stunden Zeit. Den Hafen hatte ich aus fr\u00fcherer Erinnerung ein wenig lebendiger in Erinnerung,\u00a0 hier lebt heute die Ruhe selbst. Bei einer damaligen Hafenrundfahrt war auch deutlich mehr zu sehen, als wir es heute in der kurzen Zeit schaffen.\u00a0 Solch eine Lange Stra\u00dfe, die fr\u00fcher zu Defilierzwecken ben\u00f6tigt wurde, gibt es in gr\u00f6\u00dferen \u00f6stlichen St\u00e4dten h\u00e4ufiger, so habe ich sie auch schon in Magdeburg gesehen.\u00a0 Wir entdecken eine kleine Kneipe, die auch Fr\u00fch K\u00f6lsch anbietet. Auch die Gasse der sieben Giebel entdecken wir bald, flanieren ausgiebig auf der Kroepeliner Stra\u00dfe bis zum Kroepeliner Tor, zur Universit\u00e4t. Die Marktpl\u00e4tze mit ihren vielen bunten Giebeln\u00a0 sehen einfach bezaubernd aus. Alles ist weitl\u00e4ufig, von der Problematik immer enger und dichter werdender westlicher Gro\u00dfst\u00e4dte ist hier nichts zu sp\u00fcren. Die Namen der Botiquen sind inzwischen auch hier \u00fcberall zu finden. Obwohl die Fahrrad-Packtaschen eigentlich voll sind, geht hier und dort noch ein kleines Andenken hinein.\u00a0 Ein angesagter gr\u00f6\u00dferer Wolkenbruch mit Starkregen veranlasst uns, mal eben ein gro\u00dfes Kaufhaus zu besuchen. Wie gut, dass wir uns hier schnell unterstellen k\u00f6nnen. Auch wenn unsere vier Buchstaben ordentlich strapaziert werden: es hat was, mit dem Wetterfrosch zu fahren. Wir finden auch f\u00fcr unser leibliches Wohl die passende Gelegenheit zur Einkehr, wo wir uns heute drau\u00dfen bei eingeschalteten Heizstrahlern ausgiebig Zeit lassen.\u00a0 Unser Fu\u00dfballspiel l\u00e4uft nicht weg, wir bekommen noch genug davon mit und schlafen wie immer w\u00e4hrend der zweiten Halbzeit ein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1102\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR11.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Mittwoch:<\/strong>\u00a0 Das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet ist reichlich gedeckt, da kann ich auf die leckersten Fr\u00fcchte, Puddings und Br\u00f6tchen, Konfit\u00fcre, nicht verzichten, was sich auf meine Nierent\u00e4tigkeit immer wieder stimulierend auswirkt.\u00a0 Uschi isst ohne Br\u00f6tchen und ohne S\u00fc\u00df stets bewusster als ich. Wir bem\u00fchen uns, fr\u00fch aus Rostock herauszukommen, da ab Mittag wieder heftige Starkregen angesagt sind. Heute geleitet mich mein Navi auf freundliche Seitenwege hinaus in nord\u00f6stliche Richtung.\u00a0 Alles ist bestens, die Sonne ist noch mit uns, noch ist kein W\u00f6lkchen zu sehen. Durch Dierkow, Neu-Hinrichsdorf und Nienhagen gelangen wir aus der Stadt heraus, kommen nach gef\u00fchlten 15 km nach Stuthof, ab wo wir durch ein lang gestrecktes Waldgebiet fahren.\u00a0 Au\u00dfer: fahren, fahren, gibt es keine Alternative, denn sobald man stehen bleibt, schw\u00e4rmen uns die M\u00fccken entgegen. Der Ostseeradweg f\u00fchrt uns geradewegs durch Graal-M\u00fcritz, einen Ort, der zu zumindest zu dieser Tageszeit menschenleer wirkt. Dennoch sind einige Badeg\u00e4ste drau\u00dfen, sie sitzen sogar mitten auf dem Radweg.\u00a0 Auf eine Bitte hin, uns durchzulassen, bekommen wir die Antwort: \u201eWir sind hier im Urlaub\u201c. Dieser Spruch setzt bei Uschi und mir rege Diskussionen in Gang.\u00a0 Die Seeluft tut uns beiden gut, wir fahren auch nach wie vor im g\u00fcnstigen Licht. Hinter uns sieht es schon ganz anders aus. Die See wird diesig grau, man kann nicht mehr weit genug auf die See hinausblicken.\u00a0 Das veranlasst uns, einen Zahn schneller zu fahren. \u00dcber eine ca. 10 km lange kerzengerade Strecke ab Dierhagen erreichen wir in kurzer Zeit den Ort Wustrow.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1103\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR12.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Ein richtig fieser grauer alter Wachturm neben einer ebenso entsetzlich grauen fensterlosen Gef\u00e4ngnisruine versetzt uns augenblicklich in eine Zeit vor mindestens 30 Jahren, als von diesem Wachturm aus jeder Fl\u00fcchtling eingesch\u00fcchtert wurde, der dieses vom Bewachungszwang gegen die eigene Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gte Land verlassen wollte. Diese Ruine fungiert heute unter dem Namen Seefahrtschule Wustrow.\u00a0 Ein regelrechter Schauer l\u00e4uft uns \u00fcber den R\u00fccken angesichts der Vorstellung, was mit den Leuten passierte, deren Fluchtversuch scheiterte, und die im nebenstehenden Gef\u00e4ngnis f\u00fcr ihren Unwillen, sich der faschistisch verbogenen \u201eFreiheit der Deutschen Demokratischen Republik\u201c unterzuordnen, die entsprechende Gehirnw\u00e4sche erteilt bekamen. Wie wir sp\u00e4ter sehen werden, dringt diese \u201efreiheitliche Verordnung\u201c an verschiedenen Stellen noch massiv durch;\u00a0 diese Angst vor Verfolgung l\u00e4sst sich in einer einzigen Generation nicht ablegen.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">In Wustrow \u00f6ffnen die L\u00e4den erst um 11.30 Uhr, f\u00fcr uns eine halbe Stunde zu sp\u00e4t, so dass wir nach einem Streifzug durch den Ort weiter durch Niehagen und Althagen nach Ahrenshoop weiterfahren, Orte, die keinen weiteren verstaubten Beigeschmack in uns ausl\u00f6sen.\u00a0 Trotz des negativen Eindrucks ist es wichtig, auch die historische Schattenseite dieses Landes n\u00e4her zu betrachten, denn nur 5-Sterne-Hotels am sauberen wei\u00dfen Strand verbergen ein noch gr\u00f6\u00dferes tr\u00fcgerisches unbeflecktes Bild von Freiheit. Eine Viertelstunde verweilen wir in einem Caf\u00e9, bevor die im Nacken dr\u00fcckende Wetterfront\u00a0 uns weiter treibt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1104\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR13.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>In gro\u00dfem Bogen im recht z\u00fcgigen aber nicht hektischen Tritt fahren wir entlang der Dorfstra\u00dfe in\u00a0 Waldn\u00e4he, dann durch den Wald hoch auf die Insel Dar\u00df. Die Waldwege sind breit angelegt, und angesichts der heutigen Schw\u00fcle bieten sie uns ein wohltuendes L\u00fcftchen.\u00a0 Wir befinden uns bereits in 3 km N\u00e4he des Leuchtturms, als wir einen Seitenweg nach Prerow entdecken, dem wir \u00fcber 4 km folgen. Uschi f\u00e4hrt mit Bikelinekarte und sieht im gr\u00f6\u00dferen Kartenausschnitt, dass wir die richtige Richtung einschlagen.\u00a0 Mein Ostseeradweg h\u00e4tte uns weiter im S\u00fcden entlang gef\u00fchrt. Den unebenen Weg sp\u00fcrt man schnell in den Sitzknochen, und wir sind froh, als wir Prerow erreichen und ab dort au\u00dfer Betonplatten auch wieder schmeichelhafteren Bodenbelag vorfinden.\u00a0 Ein zauberhafter Anblick der Dar\u00dfer Boddenlandschaft zur Rechten und der Ostsee zur Linken l\u00e4\u00dft uns die letzten 6 km bis Zingst zur Ruhe kommen und in aller Gelassenheit auf einem Deich l\u00e4ngs der B\u00e4derstra\u00dfe unserem heutigen Ziel entgegenfahren. Wir erreichen Zingst nach wiederum 80 km um 13:15 h:\u00a0 nur noch 1 km trennt uns von unserem im Bodden gelegenen Hotel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Das Hotelpersonal weist uns darauf hin, dass wir unser Zimmer erst um 15:00 Uhr beziehen k\u00f6nnen,\u00a0 weil dort noch der Zimmerservice t\u00e4tig ist . Um diese Zeit? Was nun? Wohin mit den Gep\u00e4cktaschen? Daf\u00fcr gibt es momentan keine Unterstellm\u00f6glichkeit, es sei denn im Restaurant des Hotels direkt am Tisch.\u00a0 Bleibt uns eine andere Wahl, als uns mit verschwitzten Klamotten ins Restaurant zu setzen? Nicht wirklich. Wir k\u00f6nnten noch ein paar Meter zum Chinesen zur\u00fcckfahren. Also bleiben wir bei unseren R\u00e4dern und unseren Taschen.\u00a0 Unsere Bestellung wird 40 Minuten nach Auftrag serviert, f\u00fcr Uschi ein weiteres rotes Tuch wegen der Lieferung von Bratkartoffeln statt der bestellten Pommes. Bis wir gegessen und bezahlt haben, ist es 14:50 Uhr, und man gew\u00e4hrt uns nun den Zugang zum georderten\u00a0 und teilweise angezahlten Zimmer. Gott sei dank ist dieses Zimmer mit seinen vier Fenstern und dem herrlichen Blick auf den Bodden sehr hell, wahrscheinlich eins der hellsten \u00fcberhaupt. Die Ausstattung stimmt so weit wie beschrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1105\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR14.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Wir ziehen uns schnell um, damit wir noch einigerma\u00dfen trocken den Ort erkunden k\u00f6nnen. \u00a0 Als wir dann schlie\u00dflich unseren Inspektionsgang in den Ort unternehmen, f\u00e4ngt es an zu regnen und beruhigt sich in den n\u00e4chsten 3 Stunden auch nicht mehr.\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Ein wenig schade ist es, dass\u00a0 wir auch heute wieder nicht gem\u00fctlich sitzend am Strand verweilen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Im Dauer-Nieselregen holen wir uns ein Eis, Uschi ein kleineres, ich nat\u00fcrlich ein gr\u00f6\u00dferes, mit dem ich bis zum Betreten der Seebr\u00fccke noch besch\u00e4ftigt bin.\u00a0 Auf einmal kommt eine freche M\u00f6we von hinten \u00fcber meine rechte Schulter angeflogen, und was macht die? Die kickt mir im Flug das Eis samt H\u00f6rnchen aus der Hand.\u00a0 Wir sehen uns verdutzt an und k\u00f6nnen nicht anders als br\u00fcllend lachen. In meiner rechten Hand verbleibt ein abgebrochenes H\u00f6rnchen! Warte Du M\u00f6we, wenn ich Dich kriege !\u00a0 Wir laufen auf der langen Seebr\u00fccke bis zur Tauch-Glocke: keine Chance auf einen wolkenlosen Himmel. Dann m\u00fcssen wir eben mit Kapuze am Strand entlang laufen. Auf Tauchen in 4 Meter Tiefe haben wir keine Lust, wir wenden uns lieber den Postern von Michael Martin zu, die dieser hier auf mehreren Tafeln ausgestellt hat.\u00a0 Wir waren zuf\u00e4llig beide in seinem Vortrag \u00fcber seine Reisen in verschiedene W\u00fcsten der Erde, die er in einem K\u00f6lner Museum unter viel Beifall hielt. Wir schlendern noch ein St\u00fcck im nassen Sand herum, dann am Steigenberger Hotel vorbei in die Hafenstra\u00dfe, besuchen die verschiedensten L\u00e4dchen, um dann sp\u00e4ter in einem Eiscaf\u00e9 zu landen.\u00a0 Wiederum gelingt es mir nicht, ein normales Eis zu essen, da ich mir einen Frucht-Joghurt-Becher bestellt habe, der kein Eis enth\u00e4lt. Wir l\u00e4cheln ! Wir schlendern zum Bodden weiter, an dem reger Hafen-Betrieb herrscht. Man kann hier kleine Schiffstouren unternehmen, angesichts der aktuellen Uhrzeit jedoch nicht mehr. Die Boote liegen im Hafen, als wir dann mal gem\u00fctlich auf unsere Zimmer gehen, um uns unserem Abendprogramm zu widmen. \u00a0 Gute Nacht Du sch\u00f6ner Tag !\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1106\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR15.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Donnerstag:<\/strong>\u00a0 Ist das eine herrliche Welt, wenn die Sonne scheint:\u00a0 alle D\u00e4cher, alle B\u00e4ume, alle Wege sehen freundlicher aus. Und das \u00fcber den gesamten heutigen Tag ! Sogar die Rezeption des Hotels ist freundlich besetzt.\u00a0 Auch hier ist das Fr\u00fchst\u00fcck absolut vorz\u00fcglich. Da wir ja unser Zimmer erst um 11:00 Uhr r\u00e4umen m\u00fcssen, planen wir unseren heutigen Tag ein wenig anders. Wir werden heute morgen den Ort im Sonnenschen erkunden, zufu\u00df bummeln gehen, denn unsere R\u00e4der sind ja noch im Schuppen.\u00a0 So haben wir zwei geschenkte Stunden in der Sonne bei leichtem Gep\u00e4ck und holen alles nach, was uns gestern nicht m\u00f6glich war: wei\u00dfer Sand und blauer Himmel. Heute gibt es im Ort Zingst einen kleinen Markt mit ein paar Handwerkerst\u00e4nden, der unter vielen Angeboten f\u00fcr uns Filzseife in verschiedenen Ausf\u00fchrungen bereit h\u00e4lt.\u00a0 In einem Bernsteinladen entdecke ich ein geeignetes Andenken an diese bernsteinreiche Gegend. Wir schlendern noch ein wenig durch die sonnigen Stra\u00dfen, als es so langsam Zeit wird, unser Hotel anzusteuern. Zu diesem Zeitpunkt schw\u00f6re ich mir, dass ich beim n\u00e4chsten Besuch in Zingst einen Tag l\u00e4nger verweile.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Mit Gep\u00e4ck und Fahrrad bleiben wir eine Stunde in Strandn\u00e4he, um endlich einmal gem\u00fctlich am Ostseestrand zu sitzen, entschlie\u00dfen uns dann zur Weiterfahrt in Boddenn\u00e4he in den Ort Barth, der auch einen Bahnhof hat.\u00a0 Wir g\u00f6nnen uns heute einfach mal einen sch\u00f6nen ruhigen Urlaubstag und steigen in den Zug nach Stralsund. An einem Schalter bekomme ich gleich auch die R\u00fcckfahrkarte von Sassnitz auf R\u00fcgen nach Stralsund f\u00fcr Sonntag. Ein St\u00fcndchen Wartezeit am Barther Bahnhof, und los geht\u2019s mit der Bahn. Unterwegs sehen wir gro\u00df angelegte Fl\u00e4chen Fotovoltaikanlagen.\u00a0 In Stralsund fahren wir am gleichen Bahnsteig weiter nach Sassnitz auf R\u00fcgen. Faul sein tut heute ganz gut. Stralsund bekommen wir nur von der Zugbr\u00fccke aus zu sehen. Die Landschaft auf R\u00fcgen f\u00e4llt zun\u00e4chst durch viel gr\u00fcne Fl\u00e4chen auf, die allerdings auch h\u00fcgelig sind. Den Hafen, in dessen N\u00e4he unser n\u00e4chstes und letztes Hotel liegt, passieren wir ungef\u00e4hr 7 km vor dem Endbahnhof Sassnitz.\u00a0 Dieses St\u00fcck m\u00fcssen wir zur\u00fcck \u00fcber einen von mir vorgezeichneten Weg. Angesichts der Gegend um den Bahnhof herum und auch der Beschaffenheit der Radwege runzeln wir erst mal die Stirnfalten: ist R\u00fcgen nicht eine Insel der Reichen und Sch\u00f6nen ? Hat die Insel nicht sogar einen Fahrrad-Rundweg?\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1107\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR16.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Bei der Anfahrt zum Hotel \u00fcber 7 km holpern wir \u00fcber Betonplatten, Kopfsteinpflaster, Schlagl\u00f6cher in Richtung Sassnitz Hafen, den wir \u00fcber Br\u00fccken mit einem viel zu schmalen Rad-Randstreifen erreichen, auf dem man noch nicht einmal ein Fahrrad neben sich her schieben kann.\u00a0 Wir haben Gl\u00fcck, dass uns kein Verkehr entgegen kommt. Wir entdecken die Stra\u00dfe zum Hotel Staphel, das am \u00e4u\u00dfersten Ende liegt. Auf dem Weg dorthin passieren wir ein altes, graues vierst\u00f6ckiges Wohnhaus mit eingeworfenen Fensterscheiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Oh, welch ein Empfang !\u00a0 Aber das Hotel ist 100%ig in Ordnung, sauber, ger\u00e4umig, die Damen in der Rezeption entgegenkommend und \u00fcberaus hilfsbereit. Sie geben uns direkt Tipps, wie wir mit \u00d6ffentlichen schnell nach Binz und zur\u00fcck kommen und sind sichtlich erleichtert, dass wir mit dem Zimmer zufrieden sind. Dort ist aus gutem Grunde in jedem Fenster ein Insektenschutz angebracht.\u00a0 Wir stellen mal wieder fest, dass wir ein perfektes Hotel in einer unpassenden Gegend beziehen, genau wie vor zwei Jahren in Guebviller\/Elsass. Was solls \u2013 wir k\u00f6nnen uns bewegen ! Da wir schon 18 Uhr haben und nicht mehr nach Binz fahren wollen, erkundigen wir uns nach einer M\u00f6glichkeit zum Speisen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1108\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR17.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Es gibt nur ein Restaurant in der N\u00e4he.\u00a0 Das steuern wir dann mal zufu\u00df an. Unsere R\u00e4der sind in einer von mehreren Hotel-Garagen gut untergebracht. \u00a0 Der schmale Weg f\u00fchrt \u00fcber einen Kilometer durch einen kleinen m\u00fcckenreichen Wald direkt an den Hafen und den Strand.\u00a0 Im Restaurant l\u00e4uft w\u00e4hrend der Fu\u00dfball-Europameisterschaft ein Spiel auf gro\u00dfem Bildschirm, seit 18 Uhr wird ein Spiel \u00fcbertragen.\u00a0 Wir werden darauf hingewiesen, dass heute nur gegrillt wird. Verschiedene bunte Salate stehen zur Auswahl bereit. Der Preis ohne Getr\u00e4nke betr\u00e4gt pauschal 24,95 \u20ac. \u00a0 Mit Getr\u00e4nken zahlen wir dann schlie\u00dflich 35 \u20ac pro Person, treten an die frische Luft, an den kleinen Strand, um unseren morgigen Tag zu planen. Ich hatte mir noch zwei Flaschen Diebels zu jeweils 3,20 \u20ac aus dem Restaurant mitgenommen, als wir feststellen, dass im Eingangsbereich des Hotels Schwarzbier zu 1,50 \u20ac in einem Automaten zur Verf\u00fcgung stand.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1109\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR18.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Freitag:\u00a0<\/strong> Der Wetterbericht stimmt leider mit der Realit\u00e4t \u00fcberein, daher lassen wir uns mit dem hervorragenden Fr\u00fchst\u00fcck etwas mehr Zeit.\u00a0 Wir entschlie\u00dfen uns zu einer Busfahrt in die 13 km entfernte Stadt Binz. Dazu begeben wir uns zu der im 1-km-Abstand befindlichen Haltestelle, also in die N\u00e4he des weit und breit konkurrenzlosen Restaurants.\u00a0 Der Bus f\u00e4hrt fast leer, f\u00e4hrt auch mehrere Schleifen in und um den Ort Prora herum, wo eine Jugendherberge sowie ein Museum beheimatet ist. Erst jetzt f\u00e4llt uns ein Geb\u00e4ude auf, das in unserer Gegend schon l\u00e4ngst abgerissen worden w\u00e4re:\u00a0 ein graubrauner Koloss aus dem letzten Jahrhundert, genauer gesagt aus der NS-Zeit, den unser Monsignore aus Braunau zu Erholungszwecken f\u00fcr 20.000 Familien dorthin gesetzt hat. Dort sollten sich Arbeiterfamilien ganz nach Ma\u00df \u201ebr\u00e4unen\u201c, am Ostseestrand auf R\u00fcgen. Die hochherrschaftlichen Sturmbandw\u00fcrmer wohnten im wohlhabenden Binz 5 km weiter entfernt in der Nachbarschaft.\u00a0 Wer in der Partei nicht braun genug wurde, sollte dies hier nachholen. Die Geb\u00e4ude wurden ein Jahrzehnt sp\u00e4ter von den Vertretern des darauf folgenden \u00e4hnlich eingeklemmten Systems \u00fcbernommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1110\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR19.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>So sieht Massentourismus der 30er Jahre aus:\u00a0 eine Parzelle wie die n\u00e4chste, zig Parzellen, hundert Parzellen, tausend Parzellen, zwanzigtausend Parzellen: einheitlich im Sinne seines Erfinders, uniformiert. Erholung ist schlie\u00dflich auch eine Pflicht.\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Zun\u00e4chst fahren wir weiter in den Badekurort Bad Binz, einer Stadt, die dem Westerland auf Sylt sehr \u00e4hnlich ist. \u00a0 Trotz Regen flanieren wir an der langen Strandpromenade entlang, lassen uns von der einen oder anderen Botique zum T-Shirt-Einkauf einladen, besuchen das im Jugendstil gebaute Kurhaus, in dem selbst in den Toilettenr\u00e4umen goldene T\u00fcrgriffe angebracht wurden.\u00a0 Unterschiedlicher kann die Kultur zum 6 km entfernten Prora nicht sein: zwei v\u00f6llig andere Welten in angrenzender Nachbarschaft. Uschi erfuhr durch eine SMS, dass man, wenn man schon auf R\u00fcgen Urlaub macht, hier in Binz oder Sellin absteigen sollte. An der Seebr\u00fccke angekommen, erfahren wir, dass unsere geplante Schiffstour zum Kreidefelsen bei aktuellem anhaltenden Regenwetter nicht stattfindet, weil man beim besten Willen im 1-km-Abstand vom Boot aus den Felsen so gut wie nicht erkennen kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1111\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR20.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Dann \u00fcberlegen wir uns bei einem Caf\u00e9, wie wir den Tag anderweitig nutzen k\u00f6nnen, und kommen auf die Idee, uns ein Bus-Tagesticket, ein \u201eR\u00fcgen-Ticket\u201c zu besorgen, um damit zum Kreidefelsen zu fahren.\u00a0 Ein Museumsbesuch am K\u00f6nigsstuhl ist im Ticketpreis enthalten. Somit verbringen wir den Nachmittag im Museum am Kreidefelsen, lassen uns auf eine spannende Geschichte der Entstehung der Kreidezeit per Kopfh\u00f6rer ein, durchwandern dabei\u00a0 eine Vielzahl von G\u00e4ngen auf mehreren Etagen, bis wir nach 90 Minuten ganz entspannt wieder die Regenschirme aufspannen \u2013 Ein Besuch direkt auf dem K\u00f6nigsstuhl best\u00e4tigt uns, dass wir vom Schiff aus nichts gesehen h\u00e4tten, wir sehen ein Schiff auch nur sehr verschwommen, dahinter nur diesigen Nebel.\u00a0 Unser Bus bringt uns nach Sassnitz, wo wir ein ausgesprochen gutes Restaurant mit geeigneter Speisekarte sowie zu zivilen Preisen finden. Zu gewohnter Zeit k\u00f6nnen wir unser EU-Fu\u00dfballprogramm weiter verfolgen. Der morgige Tag wird vielversprechender.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1113\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR22.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Samstag:<\/strong>\u00a0 Der heutige Tag weckt uns mit Sonnenschein.\u00a0 Wie sieht unser heutiges Programm aus? Statt mit dem Fahrrad zum Kreidefelsen zu fahren, entschlie\u00dfen wir uns zu einem Strandspaziergang \u00fcber 14 km nach Binz, damit wir dort die Schiffstour antreten k\u00f6nnen, die uns gestern entgangen ist. Auch gestern fiel uns vom Bus aus auf, dass die vorhandenen Radwege entweder am Stra\u00dfenrand entlang f\u00fchren, sofern \u00fcberhaupt Radwege vorhanden sind. \u00a0 Eine der freundlichen Damen in der Hotel-Rezeption des Hotels gibt uns noch einen guten Tipp, wo wir die f\u00fcr die Insel bekannten Feuersteine finden: am Strand des Sassnitzer Hafens, von wo aus wir nach Binz laufen. Eine wahre Pracht an gro\u00dfen oder kleinen Steinen, mit oder ohne Loch f\u00fcr die Halskette, warten an der genannten Stelle auf uns. Es sind schwarz-wei\u00dfe Steine, deren schwarzer Teil, wenn man eine Kante daraus bricht, f\u00e4hig ist, bei Reibung Feuer zu erzeugen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1114\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR23.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Wir gehen ziemlich langsam, ohne aber die Zeit aus dem Blick zu verlieren, denn um 12:30 Uhr f\u00e4hrt unser Schiff. Nach ca. 5 km entdecken wir Prora von der Meeresseite aus, den Teil, den wir gestern vom der Stra\u00dfe aus nicht sehen konnten. \u00a0 Meterdicke Mauerreste eines ehemaligen Festsaales ragen einige Meter in die Ostsee hinein, inzwischen von Graffiti \u00fcberspr\u00fcht. Die Anlage wirkt unangenehm d\u00fcster. Unter der Bezeichnung Kdf = \u201eKraft durch Freude\u201c wird direkt nebenan eine neue Riesenferienanlage entstehen.\u00a0 Als wir uns mit Kraft dank Fr\u00fchst\u00fcck aus den Mauern befreien, finden wir des weiteren auch keine Feuersteine mehr. So k\u00f6nnen wir jetzt einen Schritt zulegen, da wir erst die H\u00e4lfte der Strecke gelaufen sind, und uns nur noch eine gute Stunde bis zur Seebr\u00fccke bleibt. Von Prora aus fielen uns schon Baukr\u00e4ne in unmittelbarer N\u00e4he des einstigen konzentrierten Urlaubslagers auf, denen wir uns jetzt im schnellen Schritt n\u00e4hern.\u00a0 Uns f\u00e4llt die Kinnlade herunter, als wir \u00fcber zwei Kilometer lang an der neuen Baustelle einer komplett neuen Wohnanlage vorbeilaufen, die dem alten Urlaubslager an Eint\u00f6nigkeit in nichts nachsteht. Hier, direkt neben dem alten Lager, entstehen tausende neuer Wohnungen und Appartements im genau gleichen Stil wie die alten. Es w\u00fcrde uns nicht wundern, wenn dieses Projekt ein Fehlplanung wird.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1115\" src=\"https:\/\/pedaljunkie.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/OR24.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Das Schiff ist bereits gut besetzt, bietet uns aber noch einen Platz drau\u00dfen mit guten Chancen f\u00fcr gute Fotos.\u00a0 Ist das herrlich, sich heute mittag zwei Stunden lang von der w\u00e4rmenden Sonne verw\u00f6hnen zu lassen. Wir fahren mit dem Schiff die Strecke wieder zur\u00fcck, die wir zufu\u00df gelaufen sind, so dass wir den ganzen Strandstreifen aus einer anderen Perspektive ansehen k\u00f6nnen. Das Schiff passiert auch Prora, so dass wir uns die Anlage jetzt aus gewisser Entfernung ansehen k\u00f6nnen. Durch die intensive Sonne und den kr\u00e4ftig blauen Himmel ist auch das Wasser blau und gibt den wei\u00df bis cremewei\u00df gef\u00e4rbten Kreidefelsen die richtige Leuchtkraft.\u00a0 Das Schiff f\u00e4hrt bis zum K\u00f6nigsstuhl, auf dem wir gestern thronten. Man kann erahnen, dass die Kreidefelsen bei Feuchtigkeit weicher werden, so dass bei gr\u00f6\u00dferen Belastungen schon mal ein Teil des Felsens abbricht und ins Meer rutscht. Bei der Kehrtwendung kann man bis zur n\u00f6rdlichsten Kreidewand sehen. Wir haben uns heute goldrichtig f\u00fcr dieses Erlebnis entschieden. Vom Felsen aus nach unten sieht man ja doch nur einen Teil. Die R\u00fcckfahrt nach Binz \u00fcber eine Stunde verl\u00e4uft ebenso entspannt: jetzt k\u00f6nnen die Leute fotografieren, die auf der gegen\u00fcberliegenden Seite sitzen.\u00a0 Nach Ankunft flanieren wir ein gutes St\u00fcndchen durch Binz, genie\u00dfen vor allem die andere sonnige Sicht auf die Villen der Stadt, die ja heute noch viel pr\u00e4chtiger wirken. Wir finden auch f\u00fcr unseren Abschlu\u00dfschmaus ein gutes Pl\u00e4tzchen an der Promenade bei wohlproportioniertem Fisch oder Pasta. Ein gro\u00dfes wei\u00dfes Passierschiff sammelt mit kleinen roten Boten seine Passagiere ein, die den Nachmittag \u00fcber in Binz Ausgang hatten. Auch wir m\u00fcssen uns bald sammeln, denn auch der sch\u00f6nste Sonnentag geht irgendwann zu Ende.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">alt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 16px; color: #003366;\">Sonntag: \u00a0 \u00a0 Heute ist unser Abschiedstag;\u00a0 nach dem Fr\u00fchst\u00fcck trennen sich unsere Wege, da ich mit dem Zug nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcckfahre und Uschi nachmittags mit dem Auto abgeholt wird. \u00a0 Auch wenn wir uns hier und da mal \u00fcber irgendwelche Unzul\u00e4nglichkeiten ge\u00e4rgert haben, war dieser Urlaub einfach klasse und wiederholenswert. Wir treffen uns im Jahr 2018 wieder zu einer neuen Erlebnistour.\u00a0 Ich freue mich darauf !!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die n\u00f6tigen Formalit\u00e4ten zu dieser wunderbaren Radtour kl\u00e4ren wir im Januar 2016, als wir uns eineinhalb Jahre nach der Elsass-Radtour<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-164","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wochentouren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164"}],"collection":[{"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=164"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1116,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164\/revisions\/1116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pedaljunkie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}